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Im Siebdruckverfahren wird mit Hilfe einer Gummirakel die Druckfarbe durch das Siebdruckgewebe auf die zu bedruckenden Oberflächen (z. B. Metall, Holz, Glas oder Kunststoff) gedruckt. Die Druckfarbe wird nur an den offenen Stellen durch das Siebdruckgewebe gedruckt, die nicht zu druckenden Bereiche sind mit einer Photoemulsionsschicht abgedeckt. Nach Erledigung eines Druckauftrages kann die Photoemulsionsschicht mit Wasser umweltneutral vom Siebdruckgewebe entfernt werden. Zum Einsatz kommt das Siebdruckverfahren in erster Linie zum Bedrucken von mehrdimensionalen Gegenständen (technische Gehäuse, Industrieapparaturen etc.), welche eine glatte Oberfläche haben. Da an den Druckfarbfilm besonders hohe Ansprüche gestellt werden (Beständigkeit gegen Lösemittel, Fette und Umwelteinflüsse) werden 2-Komponentenfarben eingesetzt. Ihre hohe Beständigkeit erhalten sie durch Zugabe eines Härters, welcher eine wesentlich höhere Beanspruchung des Druckfarbfilmes gegenüber 1-Komponentenfarben zulässt. Da nicht nur eine physikalische Trocknung (Verdunsten des Lösemittel) stattfindet, sondern auch eine chemische (Vernetzung der einzelnen Additive mit dem Härter), kann die Aushärtungszeit bis zu mehren Tagen dauern. Neben dem Tiefdruck, dem Hochdruck und dem Flachdruck wird der Siebdruck auch als Durchdruck bezeichnet. Dies ist begründet darin, dass nur an den offenen Stellen im Siebdruckgewebe die Farbe durchgedrückt wird. Nachfolgend sind die einzelnen Arbeitsschritte ersichtlich, welche je nach Maschinenausstattung eines Unternehmens variieren können.

1. Reprovorlagenherstellung

Die zu druckenden Elemente (Schriften, Symbole etc.) welche der Kunden in der Regel als Datei zur Verfügung stellt, werden mit Hilfe eines Belichters (technisches Gerät) auf eine Klarsichtfolie übertragen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Schwärzegrad der zu druckenden Elemente so groß wie möglich ist, damit bei der Belichtung der Siebdruckvorlage kein Licht durch die schwarzen Flächen in der Reprovorlage gehen kann.

2. Siebdruckvorlagenherstellung

Das Siebdruckgewebe, welches auf einen stabilen Rahmen (meistens aus Aluminium) aufgespannt ist, wird mit Hilfe einer Beschichtungsrinne 2 x von jeder Seite mit einer Photoemulsionsschicht beschichtet. Dabei ist darauf zu achten, dass zuerst die Druckseite (Seite des Drucksiebes, welche dem Bedruckgut zugewandt ist) und dann die Farbseite (Seite des Drucksiebes, auf welcher die Farbe durch die offenen Stellen gedruckt wird) des Drucksiebes beschichtet wird. Der Grund ist, dass somit eine optimale Ausdruckung der zu druckenden Elemente ermöglicht wird. Müssen sehr hohe Ansprüche (z.B. sehr feine Schriften) drucktechnisch umgesetzt werden, empfiehlt sich eine Nachbeschichtung der Druckseite des Drucksiebes nach der Durchtrocknung in einem Ofen bei einer Temperatur von ca. 35 ° Celcius.

3. Drucksiebbelichtung/-entwicklung

Nachdem die Photoemulsionsschicht getrocknet ist, wird die Reprovorlage auf die zu belichtende Seite des Drucksiebes montiert. In den meisten Fällen wird jetzt das Drucksieb in einem Vakuumrahmen gespannt und mit einer vorgegeben Zeit mittels eines speziellen Halogenstrahlers belichtet. Das dies unter Vakuum geschieht, hat den Hintergrund dass kein Licht zwischen das Drucksieb und der Reprovorlage gelangt. Wenn die Belichtungszeit abgelaufen ist, wird die Reprovorlage von dem Drucksieb entfernt. Anschließend wird das Drucksieb mit Hilfe einer Wasserprause "entwickelt". Dabei werden die Stellen im Sieb frei gespült, an denen bei der Belichtung kein Licht gelangt ist. Nach der Kontrolle, dass auch alle Stellen offen sind, wird das Drucksieb im Ofen bei ca. 35° Celcius getrocknet.

4. Drucksiebretusche

Das fertig hergestellte und getrocknete Drucksieb wird unmittelbar vor dem Druckeinsatz auf Fehlstellen (z. B. Nadelstiche, Löcher, nicht beschichtete Drucksiebstellen) kontrolliert. Sollten Fehlstellen auf das Druckbild negative Einflüsse haben (z. B. Farbflecken) werden diese mit einem wasserlöslichen Siebfüller abgedeckt.

5. Druckvorgang

Wenn alle vorhergehenden Arbeiten fachgerecht ausgeführt worden sind, kann das Drucksieb in die Druckmaschine eingespannt werden. Dabei sind diverse Einstellungen an der Druckmaschine notwendig damit das Druckbild ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt.